Hallo und willkommen!
Es freut mich, dass du mit mir auf eine Canyoning-Tour kommen möchtest. Obschon ich diese Sportart nun schon seit mehr als zwanzig Jahren sehr intensiv betreibe, zieht es mich nach wie vor an jedem schönen Sommerwochenende in irgendeine Schlucht. Auch wenn durch die idiotische Werbung einiger grosser Outdoor-Firmen der Eindruck entsteht, beim Canyoning gehe es ausschliesslich um Action, Fun oder sogar Adrenalinkicks, ist für mich die Begehung einer Schlucht vor allem eines: Ein absolut faszinierendes Naturerlebnis. Natürlich wage ich unterwegs auch den einen oder anderen Sprung in die Tiefe oder oder habe meinen Spass daran, in den nächsten Pool hinunterzurutschen, aber ich wähle meine Touren nicht gezielt nach diesen Kriterien aus, sondern begehe zwischendurch auch einmal eine Schlucht, die zwar landschaftlich sehr reizvoll ist, aber wenige oder gar keine Möglichkeiten zum Springen und Rutschen bietet. Wenn du also darauf aus bist, möglichst viele kühne Sprünge absolvieren zu können oder eine wilde Rutschpartie nach der anderen erwartest, bist du auf meinen Touren bestimmt am falschen Platz.

Was dich erwartet
Auf einer Canyoning-Tour begehen wir einen Bach von oben nach unten. Deshalb beginnen die meisten Touren mit einer mehr oder weniger langen Wanderung hinauf zum Einstieg in die Schlucht. Dort ziehen wir unsere Neopren-Anzüge an (was abgesehen vom Ausziehen desselben meistens der anstrengendste Teil der Tour ist) und beginnen die eigentliche Begehung der Schlucht. Die Fortbewegung in der Schlucht besteht aus einer Mischung von gehen im Bachbett, klettern, abseilen, schwimmen, springen und rutschen. Im günstigsten Fall befindet sich der Ausstieg aus der Schlucht in unmittelbarer Nähe von unseren Autos mit den trockenen Kleidern darin, andernfalls endet die Tour mit einer kurzen Wanderung zum Ausgangspunkt zurück.
Es ist immer schwierig abzuschätzen, wie lange eine Canyoning-Tour dauert, wenn man mit Leuten unterwegs ist, die man nicht kennt - was bei diesen Touren gelegentlich der Fall ist. Wenn ich mit Freunden auf privater Basis Schluchten begehe, machen wir aber normalerweise kein halbtägiges Schnupper-Canyoning mit Wellness-Charakter (solche Sachen biete ich in der Regel im Rahmen von kommerziellen Touren an), sondern unternehmen etwas längere und ernsthaftere Touren, bei denen es schon einmal vorkommen kann, dass wir uns vier, fünf oder sogar sechs Stunden in einer Schlucht aufhalten.

Was du können musst
Canyoning setzt grundsätzlich keine Fähigkeiten voraus, die du auch als Laie nicht ohnehin schon beherrschst oder die du dir nicht innert kürzester Zeit aneignen kannst, wie zum Beispiel das Abseilen. Du solltest dich allerdings fit genug fühlen, um einen Tag lang – natürlich mit entsprechenden Pausen – in Bewegung zu sein. Die Fortbewegung in der Schlucht wirst du zwar als körperlich nicht besonders anstrengend empfinden, es kann aber gut passieren, dass du am Tag darauf von den vielen ungewohnten Bewegungen ziemlich Muskelkater haben wirst. Da wir uns in der Schlucht ständig in unmittelbarer Nähe von Wasser befinden, ist es natürlich von Vorteil, wenn du nicht gerade wasserscheu bist, und unter Höhenangst solltest du auch nicht gerade leiden. Und dass du schwimmen können musst, versteht sich wohl von selbst.
Im Gegensatz zu den meisten kommerziell angebotenen Canyoning-Aktivitäten lege ich grossen Wert darauf, dass auf meinen Touren niemand gezwungen wird, irgendwo hinunterzuspringen oder hinunterzurutschen. Ich installiere bei allen höheren Stufen, bei denen theoretisch gesprungen werden kann, unaufgefordert ein Seil und danach kannst du selbst entscheiden, ob du den Sprung wagst oder dich lieber abseilst. Ich setze allerdings zwangsläufig voraus, dass du dich bei Absätzen von bis zu kanpp drei Metern Höhe dazu überwinden kannst hinunterzuspringen, denn an solchen Stellen befinden sich häufig gar keine Verankerungen zum Befestigen des Seils.

Wenn du mitkommen möchtest - und wenn nicht
Wenn du Lust hast, auf eine Tour mitzukommen, melde dich bei mir! Telefonisch bin ich zu Geschäftsöffnungszeiten unter der Nummer 052 213 04 06 erreichbar, und meine e-Mail-Adresse siehst du ja im Absender der Einladungen. Einen Anmeldeschluss gibt es nicht. Es kann allerdings vorkommen, dass ich irgendwann die Teilnehmerzahl beschränken muss, wenn ich zu wenig Leihmaterial habe oder die Gruppe für die geplante Tour zu gross zu werden droht.
Falls du nicht mitkommen möchtest, lösch das e-Mail bitte einfach, ohne darauf zu antworten.
Wie steht es mit den Kosten?
Meine privaten Canyoning-Touren sind keine kommerziellen Anlässe. Ich stelle dabei zwar meine Erfahrung als langjähriger Canyoning-Guide zur Verfügung und trage rechtlich gesehen - ob ich will oder nicht - sogar die Verantwortung für dich und den Rest der Gruppe, doch es ist nicht meine Absicht, an diesen Touren etwas zu verdienen. Wenn du aber wieder einmal ein Paar Wanderschuhe, eine neue Regenjacke oder irgend etwas zum Klettern brauchst und das bei mir im Laden kaufst, würde mich das natürlich freuen und gleichzeitig motivieren, dich wieder einmal einzuladen.
Auch wenn an diesen Touren niemand etwas verdient, heisst das nicht, dass sie für dich nichts kosten, denn deine persönlichen Auslagen wie etwa die Hin- und Rückreise, allfällig benötigtes Leihmaterial, die Unterkunft und Verpflegung und ähnliches musst du natürlich selbst berappen. Lies dazu bitte auch die Kapitel "Hin- und Rückreise" und "Ausrüstung"!
Ausrüstung
Für eine Canyoning-Tour mit mir brauchst du folgende Ausrüstung: Einen mindestens 5mm dicken Neopren-Anzug mit Kapuze (dünnere Surf- oder Tauchanzüge sind nicht geeignet), Neopren-Socken, Schuhe, einen Canyoning-Anseilgurt mit einem Abseilgerät und zwei Selbstsicherungsschlingen daran (normale Klettergurte ohne Abriebschutz sind nicht geeignet) sowie einen Kletterhelm. Mit Ausnahme der Schuhe kannst du bei Bedarf alles bei mir mieten (CHF 50.00/Tag). Es gibt zwar spezielle Canyoning-Schuhe, die auf nassem Fels besonders gut haften, doch für den Anfang tun es auch Turnschuhe oder leichte Trekkingschuhe.
Da beim Canyoning die Seile durch das häufige Abseilen arg in Mitleidenschaft gezogen und entsprechend oft ersetzt werden müssen, beteiligt sich jeder, der kein eigenes Seil mitbringt, mit einem kleinen Beitrag von CHF 10.00/Tour an den Kosten für die Erneuerung des Materials. Dieses Geld wird nach einer Tour unter denjenigen aufgeteilt, die ihre Seile zur Verfügung gestellt haben.

Wenn du dir eine eigenen Ausrüstung kaufen möchtest
Wie du weisst, verdiene ich meinen Lebensunterhalt mit dem Verkauf von Bergsport- und Canyoning-Ausrüstung. Ich würde mich deshalb freuen, wenn du deine Canyoning-Ausrüstung bei mir kaufen würdest. Natürlich bin ich mir bewusst, dass heutzutage alles, was ich in meinem Laden verkaufe, bei irgendeinem ausländischen Internet-Händler zu einem niedrigeren Preis zu bekommen ist als bei mir. Trotzdem hoffe ich, dass dir die Option, jederzeit ein gern gesehener Gast auf meinen Touren zu sein und dabei kostenlos von meiner Erfahrung als Canyoning-Guide profitieren zu können, diese Mehrkosten wert sind.
Hin- und Rückreise
In der Regel treffen wir uns für eine Tour direkt vor Ort. Die Reise dorthin musst du grundsätzlich selbst organisieren. Da die Ausgangsorte unserer Touren meistens nur sehr umständlich oder nicht rechtzeitig mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind und wir zudem immer relativ viel schweres und voluminöses Material dabei haben, reisen wir mit wenigen Ausnahmen mit Privatautos zu unseren Tourenzielen.
Falls du kein Auto besitzt, kann ich dir gerne eine Mitfahrgelegenheit organisieren. Wir sind es allerdings gewohnt, die Fahrtkosten untereinander aufzuteilen, und zwar auf der Basis eines für einen PW halbwegs realistischen Kilometeransatzes von 50 Rappen. Eine Fahrt ins Tessin, wo wir häufig unterwegs sind, kostet demnach rund CHF 50.00, was in etwa dem Preis eines Bahnbillets mit Halbtaxabo entspricht.
No GoPro!
Auf meinen privaten Touren sind GoPro-Kameras nicht erwünscht! Wir unternehmen häufig längere Touren, bei denen es wichtig ist zügig voranzukommen. Wenn du unterwegs immer wieder abwartest, bis alle deine Kollegen eine spektakuläre Stelle absolviert haben, damit du sie dabei filmen kannst, führt das zu unnötigen Wartezeiten und verlangsamt das Vorwärtskommen der ganzen Gruppe. Ausserdem verschwinden solche Filme erfahrungsgemäss eh auf der Festplatte irgendeines Computers, ohne dass einer der Beteiligten je etwas davon zu Gesicht bekommt, geschweige denn etwas Sehenswertes. Wenn du scharf darauf bist, Filmchen von deinen Abenteuern in den sozialen Medien zu verbreiten, um der ganzen Welt zu zeigen, was für ein toller Hecht du bist, such dir lieber eine harmlosere Beschäftigung aus als dich in einer Schlucht mit irgendwelchen waghalsigen Showeinlagen in Szene setzen zu wollen.

No kids, no teenies - Mindestalter 20 Jahre!
In meiner Freizeit - und darum geht es hier - bevorzuge ich es, mit Erwachsenen unterwegs zu sein, die mit mir meine Freude an der landschaftlichen Schönheit einer Schlucht teilen und mit denen ich vor oder nach einer Tour auch einmal ein interessantes Gespräch führen kann. Für Kinder und Jugendliche dagegen liegt der Reiz einer Canyoning-Tour in der Regel primär in den spielerischen Elementen wie springen und rutschen, das Naturerlebnis ist dabei sekundär, ebenso wie das ganze Zwischenmenschliche - kaum sind wir aus der Schlucht ausgestiegen, zücken sie erfahrungsgemäss ja sofort ihr Handy und sind von dann an kaum mehr ansprechbar.
Wenn du mit deiner Tochter oder deinem Sohn eine Canyoning-Tour unternehmen möchtest, kannst du mich natürlich gerne als Guide engagieren - nützliche Informationen dazu findest du
hier. Oder du wendest dich an einen der zahlreichen kommerziellen Anbieter von Outdoor-Aktivitäten, von denen die meisten darauf spezialisiert sind, pubertierende Jugendliche zu bespassen.
Kinder und Jugendliche, die
ohne einen Elternteil, irgendeinen nahen Verwandten oder eine andere Aufsichtsperson an einer Tour teilnehmen möchten, sind dagegen willkommen.

Canyoning = Risikosportart?
Ja, das Begehen von Schluchten ist tatsächlich eine Sportart, bei der du dich verletzen oder im schlimmsten Fall sogar dein Leben verlieren kannst - wie beim Auto- oder Velofahren, beim Wandern und vielen anderen Tätigkeiten, die du zum Teil fast täglich ausübst. Wie bei artverwandten Outdoor-Aktivitäten sind auch beim Canyoning die Gefahren bekannt und berechenbar. Ich bin deshalb überzeugt, dass sich auch bei dieser Sportart mit Hilfe eines vernünftigen Risiko-Managments die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls auf ein absolutes Minimum reduzieren lässt. Ob du gewillt bist, dieses Restrisiko in Kauf zu nehmen, musst du selbst entscheiden.